Donnerstag, 9. Juni 2016

Smartphone & Tablet - Hype, WLAN Hot Spots & Mobilfunkmasten - ein Gesundheitsrisiko?

Handystrahlung und das Kaffeeargument

Wie man versucht, das Krebsrisiko zu entkräften

Die Diskussion, ob Mobilfunkstrahlung Krebs auslöst, ist durch die NTP-Studie der US-Behörden wie­der im medialen Mittelpunkt. Bisher war die Mobilfunkstrahlung von der WHO in der Kategorie 2B als "möglicherweise krebserregend" eingestuft. Auf Grund der NTP-Studie fordern jetzt Wissenschaftler die Einstufung in Gruppe 1 "krebserregend". Die Mobilfunkindustrie konterte bisher mit Verharmlosungsstrategien.

In Zeitung­s­­­artikeln und auf Vorträgen ist man immer wieder mit einem Argument konfrontiert: In der WHO Klassifizierung 2B "möglicher­weise krebserregend" sei neben Mobilfunkstrahlung auch Kaffee. So schrieb z.B. DIE ZEIT: „Dennoch stufte die Internationale Krebsforschungsbehörde – eine Einrichtung der WHO – Handystrahlung sicherheitshalber als »möglicherweise krebserregend« ein und berief sich dabei vor allem auf die Interphone-Studie sowie eine weitere schwedische Untersuchung. Die Entschei­dung ist umstritten – und wenig hilfreich: Auf der Liste 2B »möglicherweise krebserregend« stehen 274 Substanzen, darunter Blei, Schiffsdiesel und Chloroform, aber auch Kaffee.“ (22.08.2013) Die aktuelle NTP-Studie kommentiert auch macwelt Online so: "Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in Mobilfunk­strahlung ein ähnlich hohes Risiko wie beim Verzehr von eingelegten Gemüse oder Kaffee"(30.05.2016).(1) Kaffee! Na dann! Von Nutzern wird diese Botschaft natürlich erleichtert aufge­nommen. Bei der Klassifizierung von Kaffee als "möglicherweise krebserregend" durch die WHO (2) ging es um signifikante Auffälligkeiten vor allem bei Instant-Kaffee - und bei Versuchstieren, denen ausschließlich Kaffee zur Nahrungsauf­nahme verabreicht wurde.

Die Telekom finanzierte das Kaffee-"Argument"

Diese Kommunikationsstrategie des Vergleichs Mobilfunk & Kaffee stammt von Prof. Wiedemann, einem deutschen Risikoforscher. Sein Strategievorschlag lautet: das Krebs-Risiko durch Alltags-Vergleiche normalisieren. Auf seiner Homepage gibt er unter dem Titel "Wie kann man “möglicherweise krebserregend” besser kommunizieren?" den Ratschlag, den Kaffevergleich zu nutzen. Dort schreibt er in einer Argumen­ta­tions­hilfe für das Wissenschafts­forum EMF (WF-EMF): "Das Insektizid DDT und Kaffee (Kaffeesäure) werden auch als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft."(3) Und: "Die Klasse 2b – möglicherweise krebserregend für den Menschen“ – trifft auch für Kaffee-Säure zu, die in Kaffee-Getränken enthalten ist. Darüber hinaus wäre es hilfreich, wenn man weiß, dass alkoholische Getränke als „krebserregend“ eingestuft sind."(4) Es geht also laut Wiedemann um die Wirkung von Kaffesäure. Ihre Wirkung über den Kaffee-Konsum führte in einem Tierexperi­­­ment zu Blasenkrebs. In den Medien wird aus Kaffeesäure einfach Kaffee. Diese verharm­losende Formulierung ist einkalkuliert. Die Normalisierung manipuliert die Gedanken. Nach dem „Kaffee“-Argument wird wohl jeder erleich­tert aufatmen: Seit Jahren genieße ich meinen geliebten Espresso (oder meine Viertel Rotwein), warum soll ich mir dann Sorgen bei der Smartphone-Nutzung machen? Wiedemanns Risikokommunikationsstrategie ging auf, weltweit wird sie in den Medien seit 2011 bis heute übernommen. Und: Wie kommt die ZEIT zu der Behauptung, die Entscheidung der WHO sei „umstritten“? Die WHO-Entschei­dung wurde in der Krebsagentur der WHO, der IARC, mit großer Mehrheit gefällt. Angegriffen wird sie nachträglich von der Industrie und deren Mietmäulern. Die Europäische Umwelt­agentur (EUA) warnte ausdrücklich vor diesen Entwarnungs­kampagnen, die Medien führen sie bis heute weiter.(5) Das WF-EMF, für das Prof. Wiede­­mann das Kaffee-Argument ausarbeitete, wurde auf Initiative der Telekom gegründet (6).
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1) Das Gemüse & Gurken - Argument ist ebenso eine Verharmlosung wie das Kaffee-Argument. Es handelt sich nicht um Gemüse an sich, sondern um einen Fermentierungsprozess in asiatischen Ländern, bei dem krebserregende Substanzen entstehen: http://www.inchem.org/documents/iarc/vol56/02-pick.html . Da lediglich Studien aus Japan und Hawaii verwendet wurden, wo besondere Fermentierungsprozesse eine Rolle spielen, lassen sich die Ergebnisse nicht auf "unsere" Gurken übertragen. Jedenfalls ist bei der japanischen Art Gurken einzulegen - es ging definitiv nicht um deutsches Konservengemüse - wissenschaftlich belegt, dass durch einen Fermentierungsprozess schädliche Giftstoffe entstehen können, die durchaus dann Krebs auslösend (mutagen) wirken können.
2) http://www.inchem.org/documents/iarc/vol51/01-coffee.html
3) http://www.wiedemannonline.com/2012/09/wie-kann-man-moglicherweise-krebserregend-besser-kommunizieren-2/ (letzter Zugriff 19.05.2016)
4) Blogbeitrag : "Die Tücken der Risikokommunikation. Wie die IARC besser über das mögliche Krebs-Risiko durch Handynutzung informieren könnte, Posted on 15. September 2011 by Wiedemann", http://www.wiedemannonline.com/2011/09/die-tucken-der-risikokommunikation-wie-die-iarc-besser-uber-das-mogliche-krebs-risiko-durch-handynutzung-informieren-konnte/ Zugriff 08.06.2016
5) https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?newsid=587
6) So schreibt das Gründungsmitglied und Financier des WF-EMF, die deutsche Telekom:
"Unser Ziel ist es, die Unsicherheit in der Bevölkerung abzubauen – durch eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und transparente Informationspolitik. So engagieren wir uns in einer Brancheninitiative der Mobilfunk-Unternehmen: im „Informationszentrum Mobilfunk“, ein umfassendes Informations- und Dialogangebot für die Öffentlichkeit. Unser Bestreben, modernste Technologien anzubieten, beinhaltet auch die Förderung wissenschaftlicher Forschung, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Für uns bedeutet das neben dem langjährigen Engagement in der Forschungsgemeinschaft Funk (FGF) insbesondere die finanzielle Förderung der Forschungsaktivitäten der Bundesregierung im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms und des Umweltforschungsplans. Aktuell ist dazu noch die Gründung des Wissenschaftsforums EMF hinzugekommen – einer wichtigen Forschungsplattform, die die Lücke, die nach der Auflösung der FGF entstanden ist, schließt. Wir haben diese Neugründung angestoßen und unterstützen dieses Wissenschaftsforum finanziell.”, S.117. Anm: Dieser Text ist online im GF-Bericht 2011 nicht mehr vorhanden, er wurde umgeschrieben. Hier >>> ist das Original über Google-Suche abrufbar.
Das WF-EMF wurde 2015 wieder eingestellt: https://www.itas.kit.edu/projekte_wied11_wf-emf.php

Quellen: www.diagnose-funk.org / http://energiemax.blogspot.ch

Donnerstag, 26. März 2015

"Lebendiges Wasser" - Quellwasser; "harmonisiertes" Trinkwasser für Ihre Gesundheit

energie@ggs.ch
"Lebendiges Wassers"; Quellwasser…?!  

Manche nutzen einen Wasserfilter, andere trinken kein Wasser aus der Leitung, weil es vielleicht durch alte Bleirohre verunreinigt wurde. Das macht Sinn. Aber macht es auch Sinn, zwischen totem und lebendigem Wasser zu unterscheiden?

Quellwasser soll laut Anhängern und wenigen Wissenschaftlern eine rhythmischere und schönere Kristallbildung haben als Leitungswasser, welches "Träger" sei. Dabei berufen sich Menschen, die bewusst lebendiges Wasser trinken, häufig auf den Japaner Masaru Emoto bezogen. Er fotografierte gefrorenes Wasser mit kristallförmigen Strukturen. Im Gegensatz zu den harmonischen und formschönen Kristallformen von Quellwasser, welches lebendig sei, soll Leitungswasser zum Beispiel unvollendete und unschöne Kristallformen haben. Diese Bilder Emotos werden gerne als Beweis dafür vorgelegt, dass Wasser Informationen speichern könne. Die Kristallformen entstehen, wenn sich das Wasser für Picosekunden (1 Pikosekunde entspricht dem billionsten Teil einer Sekunde) über sogenannte Wasserstoffbrücken miteinander verbindet.

Belebtes Wasser soll veränderte Kristallformen haben, was wiederum der Beweis für den neuen Informationsgehalt wäre. Geht es nach den Verfechtern der Theorie vom "lebendigen Wasser" wäre es das Beste, natürliches Wasser zu trinken. Damit ist Wasser gemeint, welches durch die Erde dringt und aus Quellen heraussprudelt. Auf diesem Weg könnte es die besten Informationen und Energien aufnehmen, heisst es. Belebende Stoffe wären darin enthalten. Eine andere Vorgehensweise, um Wasser entsprechend aufzubereiten, ist der direkte Kontakt mit positiv aufgeladenen Rosenquarzen oder Bergkristallen. Diese sollen ihre positiven Informationen ins Wasser und beim Trinken auf den Menschen übertragen.

Fragen Sie uns, wenn es um "harmonisiertes Trinkwasser" geht. - Denn Wasser ist einer der wichtigsten Stoffe für den menschlichen Organismus, der ja bekanntlich zu etwa zwei Dritteln aus Wasser besteht.

Haben Sie gewusst, dass in nur 24 Stunden etwa 2'000 Liter Wasser durch die Nieren und 1'400 Liter durch das menschliche Gehirn fliessen. Die Funktionen, die das Wasser dabei erfüllt, sind vielfältig. Es dient als Baustoff, Lösungs-, Transport- und Kühlmittel. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist daher ein wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des gesamten menschlichen Organismus.

Quellen: Masaru Emoto / "Belebes Trinkwasser" / www.energie-max.ch

Montag, 16. März 2015

Mobilfunk: Ärztekammer empfiehlt vorsichtigen Umgang – Hohe Tumorraten durch elektromagnetische Felder

energie@ggs.chSuchtfalle Smartphone: "Chancen und Gefahren des Internets"

Das Internet ist ein fantastischer Ort der Information und des Austauschs. Aber es beeinflusst auch die eigenen Entscheidungen von Jugendlichen, wie Wissenschaftler nachweisen konnten. Denn sein Gebrauch gerät für viele fast zur Sucht, wird manipuliert, kommerziell gesteuert und überwacht.
Studien zeigen, dass Jugendliche täglich vor allem über Facebook und WhatsApp ihr Smartphone bis zu 130mal einschalten. Ihre Bewegungsmuster und Intimdaten können jederzeit ausspioniert werden. Auch mögliche Strahlenschäden werden diskutiert. Was lässt sich tun, damit unsere Kinder mehr Medienkompetenz erlangen?

Ärztekammer empfiehlt vorsichtigen Umgang
Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat ihre Empfehlungen zu „Mobilfunk und Gesundheit“ aktualisiert. Die Experten des Ausschusses „Prävention und Umwelt“ der Landesärztekammer empfehlen darin unter anderem hinsichtlich der Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Eltern, Mobilfunktelefone und Laptops möglichst wenig und kurz zu benutzen. Die Geräte sollten immer wieder mal abgeschaltet werden. Ferner sollten Handys möglichst nicht in kleinen abgeschirmten Einheiten, wie dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, benutzt werden, denn wegen der Abschirmung müssten Mobilfunktelefone dort mit maximaler Energieleistung arbeiten, um auf Empfang zu bleiben. Nicht nur aus diesem Grund wird die Einführung von handyfreien Zonen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden empfohlen.

Höhere Tumorraten durch elektromagnetische Felder
“In einer Studie an Mäusen konnten der Biologe Prof. Dr. Alexander Lerchl und sein Team nachweisen, dass durch krebserregende Substanzen verursachte Tumorraten deutlich erhöht sind, wenn die Tiere lebenslang elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wurden, wie sie etwa Mobiltelefone erzeugen. “Die vom Fraunhofer-Institut 2010 entdeckten Effekte auf Tumore der Leber und der Lunge wurden vollauf bestätigt”, sagt Lerchl, der die Untersuchung gemeinsam mit Kollegen der Jacobs University und der Universität Wuppertal durchgeführt hat. “Außerdem haben wir eine signifikant höhere Rate von Lymphomen festgestellt”, erläutert der Wissenschaftler die neuen Ergebnisse. Zudem seien einige der Effekte auch bei Feldstärken unterhalb der bestehenden Grenzwerte gefunden worden.
Alexander Lerchl deutet die aktuellen Befunde allerdings nicht als Beleg dafür, dass durch Handynutzung Krebs verursacht wird. “Unsere Studie zeigt, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken. Für die Annahme, dass sie Krebs verursachen können, gibt es hingegen bislang keine Hinweise”, betont der Biologe, der bereits zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Thematik veröffentlicht hat. Zusätzliche Forschungsprojekte seien notwendig, um die Ursachen der neuen Befunde abzuklären. “Wir können die beschriebenen Effekte eindeutig nachweisen. Nun müssen weitere Untersuchungen die Wirkmechanismen aufklären”, so Lerchl. ” (6.3.2015, Pressemitteilung der Bremer Jacobs-University)

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Dieses Studienergebnis hat eine besondere Bedeutung. Prof. A. Lerchl, ehemaliger Vorsitzender der Strahlenschutzkommission, vertrat bisher, dass von der Mobilfunkstrahlung prinzipiell keine Gesundheitsgefahren ausgehen könnten: “Aus biophysikalischen Gründen ist nicht zu erwarten, dass neben thermischen Effekten, die durch Grenzwerte ausgeschlossen werden, weitere, bisher nicht bekannte Wirkmechanismen identifiziert werden.” (A. Lerchl / C. Herr in hausarzt – online.at, Zugriff 01.12.2010) Diese neue Studie, so entnehmen wir dem Abstrakt, weist nach, dass Kokarzinogene, denen auch der Mensch ständig ausgesetzt ist (Feinstaub, Pestizide, Abgase, Verbrennungsimmissionen, u.ä.), in Verbindung mit Mobilfunkstrahlung, eine krebspromovierende Wirkung haben können.

Abstrakt der Studie von Lerchl et al.
dt. Übersetzung [67 KB]

Quellen: pravda-tv.com / rbb-online.de